Schraubtagebuch Teil 3 – Remontage

Heute waren wir effektiv und erfolglos zugleich.

Nachdem wir den neuen Benzinhahn am Tank befestigt haben, zeichnete sich schon ab, dass das Gewinde für den Benzinhahn etwas anders ausfällt, als das vom alten Hahn, sodass die abgehende Benzinleitung auf der falschen Seite rauszukommen schien. „Aber egal“, dachten Philipp und ich uns, warfen einige fachmännische Blicke auf Luftfilter und Vergaser, befanden sie bis auf weiteres für gut, scheiterten aber leider beim Ausbau der Zündkerze aus dem Zündkerzenloch.

Also planten wir, wenigstens schonmal den Tank wieder unterm Sitz zu verschrauben und diesen auf dem Rest des Rollers zu befestigen. Dafür mussten wir allerdings erst einmal die beiden Stoßdämpfer austauschen, da die Gummiringe, die normalerweise die Dämpfer vom Fahrgestell entkoppeln sollten, völlig zerbröselt waren (und das meine ich im Wortsinne). Also fix die Bohrmaschine mit Drahtbürstenaufsatz sowie ein paar Ersatzstoßdämpfer ausgepackt, diese vom gröbsten Rost befreit, mit reichlich WD40 behandelt und am Moped befestigt. Funktioniert.

Nun folgte der schwierige Teil, nämlich die Verkabelung zu rekonstruieren, die ich mir beim entkabeln natürlich weder gemerkt noch notiert habe. 🙂 Wir haben also viel gemutmaßt und es am Ende irgendwie so angeschlossen, wie es sinnvoll erschien… Ob die Verkabelung so wirklich funktioniert, werden ich vermutlich nur per Trial & Error herausfinden können.

Als allerletztes wollte ich die Benzinleitung am Hahn befestigen und musste dabei feststellen, dass Letzterer, wie vorher schon vermutet, durch das andere Gewinde auf der falschen Seite rauskommt. „Naja….“ dachte ich mir „dann schraubt man den Benzinhahn halt eine halbe Drehung los, das wird schon nichts ausmachen…“. Macht es aber doch. Der Benzinhahn tropfte nach Befüllung des Tanks munter vor sich hin, also entfernte ich kurzerhand die abgehende Benzinleitung, fest davon überzeugt, der Benzinhahn sei zugedreht und durfte feststellen, dass der Gockel definitiv nicht verstopft ist… Im Gegenteil… es floss ein gleichmäßiger Strom Benzin über meine Pfoten, bis Philipp geistesgegenwärtig den Benzinhahn um eine Vierteldrehung drehte und ihn somit verschloss.

Fazit von dieser Schraubsession:

  • Man sollte sich dokumentieren, wie Kabel an Lüsterklemmen angeschlossen waren.
  • Schrauben, die man löst, sollte man zusammen mit ihren Muttern und Unterlegscheiben aufbewahren.
  • Es ist immer gut, eine Bohrmaschine, einen Drahtbürstenaufsatz und ein paar Ersatzstoßdämpfer im Haus zu haben.
  • Es ist noch besser, einen Mitbewohner zu haben, der, wenn es ums Basteln geht, talentierter ist, als man selbst.
  • Wir brauchen eine längere Benzinleitung.
  • Wenn man ein bisschen mit WD40 und Lappen wedelt, stellt man irgendwann fest, dass sich unter dem ganzen Dreck doch tatsächlich ein Roller zu verstecken scheint.

 

 

3 Gedanken zu „Schraubtagebuch Teil 3 – Remontage

  1. Für die Zündkerze gibt es Zündkerzenschlüssel, in der regel 17er, von denen ich einieg hier in der Werkzeugkiste habe, Mit Zange und roher Gewlt lauft ihr Gefahr, die Kerze zu zerbrechen…

    Weiterhin: VIEL GLÜCK!!!!!
    P

    1. Hallo P,

      wir haben tatsächlich unser Glück mit Schraubenschlüssel und Zange an der Zündkerze versucht, aber an dem Punkt aufgegeben, als wir feststellten, dass wir sie nicht richtig zu packen bekommen.
      Ich werde evtl. bei der Motorradwerkstatt, in der wir das Fahrschulmotorrad leihen, nach einem Zündkerzenschlüssel und einem Benzinschlauch fragen. Möglicherweise haben die ja etwas passendes da.

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