Von Schulhof-CDs und SS-Comics

Ich finde es ja immer wieder erschreckend, wie weit das rechte Spektrum in den Parlamenten geht und das mitten in Europa, dem Kontinent, der ja nunmal noch vor 65 Jahre ein einziges Schlachtfeld im Kampf mit dem Nationalsozialismus war.
Es ist ja nicht so, dass ich mich darüber wundere, dass es autonome Nationalisten und ähnliche Gruppierungen gibt… Dumme Faschoglatzen gab es immer und wird es immer geben, da kann man nichts anderes machen, als außerparlamentarische Arbeit in Form von Demonstrationen und Aufklärung leisten, denn selbst wenn diese Gruppierungen verboten werden, hält sie das kaum davon ab, sich zu organisieren und auf die Straße zu gehen.

Wirklich beängstigend finde ich, dass es massenhaft Menschen gibt, die die dazugehörigen Parteien WÄHLEN. In Deutschland GEHT es ja noch, immerhin sitzt da die NPD weder im Bundestag und selbst in den Landtagen sieht es für sie eher Mau aus. Am stärksten sind sie derzeit in Sachsen mit 9.2% und somit 12 Plätzen vertreten. Düster sieht es dagegen in Österreich aus, dort hält die FPÖ derzeit 17.5% der Plätze im Nationalrat, was 6.5%-Punkte mehr sind als im Jahr 2006. Die steigende Tendenz ist da nicht zu übersehen.

Ich behaupte mal, dass die steigenden Erfolge auf eine Taktik zurück zu gehen sind, die in einer wirtschaftlich kritischen Zeit wirklich gut greift: Zum einen erwecken rechte Parteien den Anschein, als würden sie in die Mitte der Gesellschaft rücken, was sie um einiges Attraktiver für potenzielle WählerInnen macht. Klar… „konservativ“ und „national“ klingen für viele Menschen weitaus besser als „rechtsextrem“ und „volksverhetzend“, schließlich verspricht Konservativismus dringend nötige Sicherheit, während Nationalstolz spätestens seit der vergangenen Fußball-WM nie verkehrt sein kann. Übrigens ein erschreckendes Bild: Überall schwarz-rot-goldene Fahnen statt multikultureller Austausch. Ausländische Gäste habe ich damals nur ganz, ganz wenige gesehen.
Zum anderen geben sich die rechten Parteien als „Partei für den kleinen Mann“ ohne intellektuellen Anspruch. Genau das richtige für den durchschnittlichen, deutschen Bildleser.

Auf der anderen Seite bemühen sich die rechten Parteien nicht ganz uneffektiv darum, junge Neumitglieder zu werben, sei es über die berüchtigte NPD-Schulhof-CD der deutschen NPD oder aber durch Comics, wie sie von der österreichischen FPÖ vertrieben werden (wobei dieser Comic auch ohne die versteckten SS-Runen einen Brechreiz bei mir provoziert).
Auch hier bedient sich die Rechte einfacher Methoden und Muster und adressiert ihre Parolen ganz klar an ein Klientel mit niedrigem Bildungsstand. Gesucht wird höriges und gleichgeschaltetes Stimmvieh. Ach Moment! Hatten wir das nicht schonmal?

Ächz…

Ein Gedanke zu „Von Schulhof-CDs und SS-Comics

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.